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Interview mit Kirk Monteux alias Dj Kirk

Als Dj Kirk betreibst du wohl eines der vielfältigsten Profile auf Play.fm, von Chill Out über Hip Hop bis zu Trance sind so ziemlich alle Genre-Tags zumindest in einem deiner Mixes zu finden. Wenn du müsstest, wie würdest du deinen Style denn selbst beschreiben?

Mein Style ist das ich eigentlich keinen habe. Ich konnte mich nie damit anfreunden den ganzen Abend einen Style zu spielen oder als Gast zu hören. mir wird’s einfach zu langweilig wenn ich eine Style länger als 30 Minuten spiele. Deshalb war ich von Anfang an kein DJ der mit seinem Namen einen Style/Trend repräsentierte und so kam ich schon immer für die „Partys für alle“ in Frage. Als DJ verstand ich mich immer als Dienstleister mit dem Job alle die da sind zu unterhalten.

Für mich war es immer eine Herausforderung eigentlich nie zu wissen was auf mich zu kommt, wie die Leute drauf sind und wie ich es schaffen werde sie alle an den Start zu kriegen. Das ist eine Seite vom Handwerk die natürlich nicht so im Focus steht. Die Kollegen mit den großen Namen haben sich über Jahre mit Ihrem ganz bestimmten Style ihre „credibility“ aufgebaut und die Leute die kommen haben eine ganz bestimmte Erwartung. Die muss dann aber auch erfüllt werden. Für mich wäre das eine Zwangsjacke.

Andersrum gefragt - gibt es Genres, die du niemals auflegen würdest? Und was bestimmt, welcher Richtung du dich gerade widmest?

Da ich auch auf Hochzeiten und Messe Partys usw. auflege muss ich natürlich relativ schmerzfrei sein, was so das ein oder andere Genre betrifft. Trotzdem habe ich ganz klar meine Grenzen. Das ist zum einen Schlager wie Helene Fischer oder DJ Ötzi, und eigentlich so ziemlich alles wo Ballermann dran steht. Interessanter weise kann ich aber auch schon mal solche Klassiker wie „Tanze Samba mit mir“ abfeuern und die Leute geh’n drauf ab. Hätte vorher niemand zugegeben aber zum richtigen Zeitpunkt gehts halt. Das aber auch nur mit den alten Schlagern, es scheint als hätte mann ihnen verziehen nach all der Zeit. Mal sehen vielleicht geht das ja auch so mit Helene, in so sagen wir mal 30 Jahren.

Ich persönlich habe natürlich meine Favorites. Ich habe mich Jahre lang mit allem was mit Latin-House zu tun hat beschäftigt und Heute steh ich sehr auf Deep-House.

Du lebst derzeit in Frankfurt - was gibt es dort in musikalischer Hinsicht zu erleben?

Für mich persönlich nicht viel, ich bin seit 5 Jahren kein „Resident“ mehr und die Club Szene ist auch nicht mehr so meins. Dafür zieht es mich nach wie vor auf die Kanaren speziell die Insel La Gomera oder in div Deutsche Städte für die art Veranstaltungen wo ein DJ mit großer Bandbreite gebraucht wird.

Neben deiner Tätigkeit als DJ bist du vor allem im Studio aktiv - was bzw. für wen produzierst du dort, und wie sieht deine Arbeit aus?

Mein erstes Studio habe ich im Jahr 88 gebaut und erstmal viel den aktuellen Hits hinterher produziert. Snap, Torsten Fenslau, Dance2Trance etc waren die angesagten Sounds und ich habe versucht mit Sängerinnen und Rapper auch so ein Ding hin zu kriegen. Erfolglos.

Anfang 90er hatte ich aber das Glück mit meinem kreativ Partner Brian Cornell und unserem damaligen Verlag Black Forest Music (Rasmus Mutscheller) eine Fuß in den Japanischen Spielemarkt zu bekommen. Unter dem Namen S&K bekamen wir

Auftragsproduktionen für das Game Hall Spiel „Dance Dance Revolution“ (DDR) das dann auch auf die Sony Playstation portiert wurde. Das waren wirtschaftlich gesehen super Zeiten. Damals gab es sogar noch einen Vorschuss auf die Deals. Mitte der 90er hatte ich dann noch eine Single VÖ DJ Kirk „Sing it“ ein Party House track der es dann sogar auf die „The Dome Vol 17“ geschafft hat. Zusätzlich hatten wir noch sehr viele Kopplungen die unser Verlag weltweit gedealt hat.

Neben weiteren Versuchen mit anderen Künstlern Hits zu landen wollte ich aber auch was ernsthafteres machen. Ich spiele seit meiner Kindheit die Konzertgitarre liebe elektronische Sounds habe immer Vangelis und Alan Parson bewundert und wollte mein eigenes Konzept Album realisieren. Es entstand das Projekt „Via Lucis“ Das Album selbst hatte nur sehr mäßigen Erfolg aber der fleißige Rasmus Mutscheller von Black Forest Music konnte einige Tracks koppeln, weitgehend auf den Serien wie „Lords of Mystery“ „Gregorian Dreams“ von Edel Music.

Zusätzlich hatte ich auch immer großes Interesse an Musik zu bewegten Bildern. Das ganze Thema Filmmusik ist noch mal ein so anderer Kosmos und ich hatte auch überhaupt keine Lust mehr mich mit A&R Managern zu treffen und Ihre gelangweilten Gesichter zu sehen wenn sie sich meine Musik anhörten. Die immer besseren Vorraussetzungen in der Musikproduktion mit den gewaltigen Sample Libraries und der Verfügbarkeit aller Genre kommen mir extrem entgegen. Wie beim Auflegen wird’s mir mit einem Genre recht schnell langweilig und das Filmmusik produzieren für Werbung, Image Trailer, Logos für Firmen wie Daimler, Sparkasse, Techem etc bekam in den letzten 10 Jahren die Hauptarbeit im Studio und wird es sicherlich noch sehr lange bleiben. kirkmonteux.com

Mit deinem Service mysoftmusic hast du dich vor allem der Produktion von Entspannungsmusik für Yoga, Mediation und ähnliche Zwecke verschrieben. Wie ist dein persönlicher Zugang zum Thema Entspannung, worauf legst du bei diesen Produktionen besonderen Wert?

Nun ich bin kein Meditations Guru oder ähnliches, ich verheisse bei den mysoftmusic Produktionen auch keine speziellen Wellen und sonstige spezial Energien aus dem Universum. Mein Ansatz liegt mehr in einer akustischen Hygiene ich versuche die tracks auf der technischen Ebene schon möglichst entspannend zu produzieren keine überlauten und höhen aggressiven sounds sollen den Hörer stressen.

Ich selber finde absolute stille am besten aber es gibt so viele Anwendungen für mysoftmusic so das sich nach etwa 4 Jahren schon ein recht beachtlicher Erfolg eingestellt hat wenn mann mal bedenkt mit was für monster music shops ich da im Wettbewerb stehe. Es scheint als hätte ich da eine kleine Nische gefunden meine Kunden sind meist selbst Profis im Bereich Healing, Massage, Yoga und selbst Zahnarzt Praxen spielen mysoftmusic im Hintergrund.

Apropos Entspannung - wenn dir neben Auflegen, Produzieren und Agenturarbeit noch Zeit bleibt, wie nutzt du diese?

Meine Entspannung finde ich in der Sauna mindestens einmal in der Woche sitze ich in der 100° Sauna schwitz mich frei und entwickele
auch mal neue Ideen.

Dass du gerade Play.fm wählst, um deine Mixes zu präsentieren, ehrt uns natürlich - was gefällt dir an Play.fm generell und an der neuen Website im besonderen?

Play.fm war für mich von Anfang an ein super Tool meine Mixe auch auf meiner Homepage den Besuchern als Demos zur verfügung zu stellen. Die erste Version war ja noch

flash basiert und das ist mit der neuen Version ja endgültig erledigt.

Die neue Website ist super aufgeräumt die player HTML5, voll responsive und laufen auf allen Devices. Good job guys!

An Projekten, Ideen und Challenges fehlt es dir ja nicht - was darf die Welt in den kommenden Wochen und Monaten von dir erwarten?

Ich habe letztes Jahr angefangen mich intensiv mit Headphones 3D sounds zu beschäftigen es ist ein virtuelles surround hören mit jeden beliebigen Kopfhörer möglich und es braucht auch kein extra equipment, der selbe Track klingt auch über stereo Lautsprecher ganz normal.

Also das ist für den Musikhörer so einfach und speziell beim Entspannen ist das 3D hören ein wesentlich natürlicheres hören und das Gehirn muss noch weniger arbeiten was beim normalen hören über Kopfhörer durchaus ein Stress verursacht weil in der Wirklichkeit keine Klangquelle aus der Mitte des Kopf kommt.

Also habe ich Mitte 2015 ein Meditations und Entspannungs Album in 3D „Healing Dream Songs“ veröffentlicht.
Das Thema 3D steht noch am Anfang, ich werde dran bleiben und in naher Zukunft noch weiter in 3D produzieren.